Intendant Sepp Schreiner
über Liebe auf den ersten Blick und lodernde Passionen

Herr Dipl.Ing. Schreiner, Sie kommen aus Pöllau in der Steiermark, organisieren seit Jahrzehnten Konzert- und Operettenproduktionen im In- und Ausland. Wer sind Sie?
Sepp Schreiner ist ein altes Zugpferd, das im Laufe der Jahre genug Fehltritte getan hat, um mittlerweile zu wissen, was so einigermaßen die richtigen Schritte sind.

Wie kommen Sie auf das Felsentheater am Neusiedlersee?
Es war Liebe auf den ersten Blick. Vor Jahren wurde mir angeboten das Felsentheater im Kroisbacher Steinbruch ergänzend zu den dort stattfindenden Opernvorführungen der Soproner Festwochen im großen Stil zu bespielen. Ich habe das Theater im monumentalen Höhlenpalast besichtigt und von da an war alles klar. Dieses, in Europa einzigartige, Naturjuwel muss von seiner schönsten Seite belebt und gezeigt werden. Ja, es war Liebe auf den ersten Blick, in mir lodert die Passion dieses spannende Kulturprojekt erfolgreich zu gestalten.

Sepp Schreiner als die Königstochter im Froschkönig, die den Frosch küsst…
Nicht ganz so, aber durchaus ähnlich faszinierend.

Warum die Csárdásfürstin und nicht den Zarewitsch in Mörbisch?
Die Frage stellt sich so nicht – besuchen Sie doch beide Vorstellungen! Kollege Serafin und ich spielen nicht gegeneinander, sondern ich sehe unser Kulturangebot durchaus als interessante Ergänzung zu den arrivierten Kulturveranstaltern rund um den Neusiedlersee.

Warum?
Wir setzen auf Klasse. Meine Csárdásfürstin im Felsentheater ist von der Inszenierung aber auch vom Theatertyp klassisch und konservativ angelegt. Zoltan Kiss führt Regie und setzt bewusst auf eine werktreue Inszenierung – in Verbindung mit künstlerisch erstklassiger Besetzung. Die reputierten Primadonnen Mónika Sáfár und Ibolya Nagy, der international gefeierte Zsolt Vadász als Edvin, die Granddame der Budapester Operette Maria Medgyesi…

Klassischer Theatertyp?
Damit nehme ich Bezug auf die Größe unseres Hauses: 750 Sitzplätze im total regen- und sturmgeschützten Theater, dazu eine phantastische Akustik, die uns auf jegliche Audiohilfen, Mikroports usw. verzichten lässt – Theater wie zu Kálmáns Zeiten.

Sie spielen am Vorabend, 17:30 bis 20:00 Uhr – warum?
Wir spielen nicht nur am Vorabend, sondern wir spielen auch Matineen an Sonntagen. Sie werden österreichweit kein Sommerfestival und keine Festwochen finden mit Spielzeiten wie bei uns im Höhlenpalast. Vorstellungen um 17:30-20:00 Uhr am Abend ermöglichen den anschließenden gemütlichen Heurigen in der Wiege des Blaufränkischen, den tollen Restaurantbesuch usw. Kultur und Kulinarik perfekt aufeinander abgestimmt. Sommertheater für Genießer!

Vielen Dank für das Gespräch.